Biografische Daten

1863
16. April wurde Ludvík Kuba in Podìbrady als zweites von 13 Kindern des Schlossermeisters Ludvík Kuba und seiner Ehefrau Anna, geb. Mik¹ovská, geboren
1868 - 1877
Besuch der Volkshochschule und der Bürgerschule in Podìbrady
1877
Bewerbung an der Akademie der bildenden Künste in Prag, auf Wunsch der Eltern Beginn einer zweijährigen Ausbildung zum Organisten an einer Prager Orgelschule
Besuch der Schnitzwerkstatt von Bohnslava/Schnirch
1879
Beginn der Ausbildung am Lehrerseminar in Kutná Hora
1880
gründet den Verein "Ko¶ciuszko" zur Förderung der polnischen Sprache, lernt russisch
1882
gibt lithographisch vervielfältigte "Lieder des tschechoslowakischen Volkes" heraus
1883
ab 1. September Hilfslehrer in ®i¾elice bei Chlumec
1884
ab 1. Januar nach Sedlec bei Kutná Hora versetzt
1885
Beendigung der Lehrerkarriere, zurück nach Podìbrad
1887
Mitglied der sorbischen wissenschaftlichen Vereinigung "Maæica Serbska"
1888
Besuch der privaten Malschule von Karel Liebscherin Prag
1891
Hospitant der Maximilian Pirnerschen Malschule an der Prager Akademie der bildenden Künste
1893
Trennung von M. Pirnerim Herbst nach Paris
1895

Beendigung des Parisaufenthaltes
heiratet Olga Joujová aus Èeské Budejovice
zieht nach Mostar (Herzegowina)

1896

Mostar
Weihnachten nach München
Eintritt in die private Malschule des slowenischen Malers Ante A¾be

1904

verlässt im Frühjahr MünchenSohn Ludvík geboren
im Dezember nach Wien

1905
wird Mitglied des Vereins "Hagebund", der später auch in London, Rom, Dresden und Venedig Ausstellungen organisiert
1907
Mitglied des Ausschusses zur Herausgabe der Arbeit "Volkslied in Österreich"
1909
Delegierter des Kongresses des Internationalen Musikvereins in Wien, Vortrag über das istrodalmatische Volkslied
1910
Ankauf von 3 Bildern durch die Moderne Galerie in Prag
1911
im Frühjahr Rückkehr aus Wien
Niederlassung in Prag-Smíchov
1915
Umzug aus der Smíchover Wohnung nach Prag-Kalín, Na Støelnici Nr. 4
1922
der Musikverein "Hudební Matice Umìleské besedy" übernimmt die Herausgabe des "Slovanstvo ve svých zpìvech" / "Slawentums in seinen Liedern"
1923
sorbischer Orden der hl. Sawa II. Klasse
Ehrenmitglied dr sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft "Maæica Serbska"
1924
staatlicher Ankauf von 56 Bildern aus der Lausitz für das Ethnographische Museum in Prag
1926
Präsident Masaryk unterstützt die Beendigung des "Slovanstvo" / "Slawentums ..." mit staatlichen Geldern
1928
Vortrag auf dem Prager Kongreß der Internationalen Kommission für Volkskunst, Commision Internationale des Artes populaires (CIAP)
Ernennung zum Vertreter der ÈSR in der CIAP
1929

Beteiligung an der 1. Sitzung der CIAP in Paris und Bern
Mitglied der wissenschaftlichen Sektion der internationalen Ausstellung der Volkskunst und Ethnographie

Beteiligung am internationalen Kongreß der CIAP in Rom mit einem Vortrag über "Die Gesetze des Volksliedes"

1930
Beteiligung an der Wahlversammlung der CIAP in Brüssel und am internationalen Kogreß in Antwerpenbulgarischer Orden III. Grades für staatsbürgerliche Verdienste bei der Beendigung des "Slovanstvo ..."
1931
bulgarischer Sarafov-Preis für das "Slovanstvo ..."
1932
Eröffnung eines Kuba-Ausstellungssaales in Bøeznice
1933
Verleihung der Ehrenbürgerschaft anläßlich seines 70. Geburtstages durch seine Heimatstadt Podìbrady
1935
erscheint eine umfangreiche Monographie von Kovárn über Kuba als Maler
Ernennung zum Mitglied der Jugoslawischen Akademiein Zagreb
Ankauf von 5 Werken durch die Moderne Galerie Prag
1936
am 5. Mai Ernennung zum Doktor der Philosophie honoris causa durch die Karlsuniversität Prag
1937
zum Ordentlichen Mitglied der Tschechischen Akademie berufen
delegiert zur Ausstellung tschechoslowakischer Kunst in Moskau
1939
Landespreis für Maler
1943
Ehrenmitglied der Union der tschechischen Berufsmusiker
1945
zum Ehrenprofessor der Akademie der bildenden Künste in Prag berufen
am 9. Nowember Verleihung des Titel "Nationalkünster" durch den tschechoslowakischen Staat
widmet dem "Slawischen Institut" in Prag 1 Million Kronen (Kès) zur Gründung eines Fonds zur wissenschaftlichen Erforschung der ehemals von Elbslawen besiedelter Territorien
1946
erscheint große Monographie von Miroslav Míèko, Vitìzslav Nezval, Jaroslav Stiller und Václav Vilem ©tech "Ludvík Kuba - malíø"
1956
am. 30 November starb Ludvík Kuba im Alter von 93 Jahren in Prag
  Quelle: "Moler Ludvík Kuba a £u¾ica/Der Maler Ludvík Kuba und die Lausitz", Katalog zur Ausstellung des Serbski muzej/Sorbisches Museum Bautzen/Budy¹in 23. 5. - 19. 9. 1993

 

Ludvík Kuba - Folklorist, Schriftsteller und Maler

Der tschechische Folklorist, Schriftsteller und Maler Ludvík Kuba (1863 - 1956) besuchte fast alle slawischen Völker, um ihre Lieder, Tänze, Musikinstrumente und Sitten und Bräuche zu studieren. Auf künstlerische und wissenschaftliche Art hat er diese auf Papier und Stoff dargestellt und dokumentarisch beschrieben. Die umfassende Sammlung "Slovanstvo ve svých spevech" in 16 Bänden zeugt von seinem volkskundlichen Schaffen.
Eine ähnliche Dokumentation sollte über die Kleidung und Bräuche entstehen, was er zum Teil in fünf Büchern "Ètení o Lu¾ice/ ... o Stárem Srbsku/ ... o Makedonii/ ... o Dalmacii/ ... o Bosnì a Hercogovinì" realisieren konnte.
Auf seinen Wanderungen durch einen Teil von Europa hat er sensibel den Alltag beobachtet und erlebt, den Menschen und besonders seinen Modellen zugehört, Literatur gelesen. Auf diese Weise lernte er die gesellschaftlichen Bedingungen und Umgebungen kennen.
Mit seinen Büchern "Cesty za slovanskou písní", "Zaschlá paleta" a " Køi¾em kra¾em slovanským svìtem" hinterließ er uns eine reiche Erbschaft. Oft waren in wenigen Jahren nach seinen Aufzeichnungen die Quellen versiegt, das Lied verstummt, der letzte Tanz getanzt, die Kleidung abgelegt und der Brauch vergessen.
Ludvík Kuba besuchte 1886 zum ersten Mal die Lausitz und danach noch drei Mal (1903, 1922 und 1923).
Während seiner Aufenthalte porträtierte er auch sorbische Persönlichkeiten und mit diesen Gemälden legte er den Grundstein für eine sorbische Galerie.
In vielen slawischen Ländern wurden ihm hohe Ehrungen zu teil. Der Maæica Serbska trat er 1887 bei. Diese Gesellschaft benannte L. Kuba 1923 zum Ehrenmitglied, und 1945 wurde er Ehrenmitglied der Domowina.

Ludvík Kuba: Zeichnungen aus der Lausitz 1886
"Dudelsackspieler Bola aus Schleife"(links) und "Festtagstracht aus der Niederlausitz" (rechts)
(Bleistiftzeichnungen, beide 20 x 11,5 cm) im Besitz Serbski muzej/Sorbisches Museum Bautzen/Budy¹in